Zurück zum Blog

Brush Coating ist ein Verfahren zur Rohrsanierung mittels Epoxidharz, bei dem ein rotierender Bürstenkopf, angetrieben über eine flexible Antriebswelle, durch das Rohr geführt wird und ein zweikomponentiges Epoxidharz gleichmäßig in die Rohrinnenwand einarbeitet. Das Ergebnis ist ein harter, kontinuierlicher Epoxidliner, dessen Schichtdicke sich nach Rohrzustand und Projektanforderungen richtet — in der Praxis liegt sie meist im Bereich von etwa 2–4 mm. Bei fachgerechter Ausführung verhindert dieser Liner Korrosion, dichtet feine Risse ab und kann die Rohrlebensdauer um 25 Jahre oder mehr verlängern — ohne Aufgrabung.

Brush Coating dient der Erneuerung und dem Schutz der Rohrinnenoberfläche. Es ersetzt keine vollständig strukturellen Sanierungsverfahren für Fälle, in denen das Wirtsrohr seine statische Standsicherheit verloren hat.

Warum gibt es Brush Coating überhaupt?

Brush Coating wurde für Situationen entwickelt, in denen ein klassisches Schleuderverfahren nicht die optimale Lösung ist. Bei kleineren Nennweiten, komplexen Geometrien, zahlreichen Bögen und kurzen Haltungen ermöglicht der rotierende Bürstenkopf eine präzisere Kontrolle des Materialauftrags, einen geringeren Materialverbrauch und eine einfachere Ausführung — bei gleichzeitig hochwertiger Schutzbeschichtung.

So läuft Brush Coating ab — Schritt für Schritt

Brush Coating ist ein Kontaktverfahren zur Epoxidharzapplikation — und genau der Kontakt ist sein entscheidender Vorteil: Der Bürstenkopf berührt die Rohrwand direkt, stellt einen unmittelbaren Kontakt zwischen Harz und Rohroberfläche her und lässt das Harz die Oberflächenrauheit der Unterlage ausfüllen. Das unterscheidet es vom Schleuderverfahren, bei dem das Epoxid durch Zentrifugalkraft oder Druckluft verteilt wird. Das Kontaktverfahren ermöglicht eine ausgezeichnete Kontrolle des Beschichtungsauftrags und einen gleichmäßigen Kontakt zur Rohrwand, besonders bei kleineren Nennweiten — Grundvoraussetzung ist jedoch dieselbe wie bei jeder Epoxidsanierung: eine mechanisch saubere, trockene Rohrwand.

  1. Systemvorbereitung: Die BSE-Epoxidkomponenten A und B werden in die Presse des ProLight eingelegt. Die Maschine dosiert beide Komponenten automatisch im korrekten Mischungsverhältnis. Kein manuelles Abmessen — kein Dosierfehler.
  2. Einführen des Bürstenkopfes: Der Bürstenkopf wird durch den Kanalschacht in das Rohr eingeführt. Der Kopfdurchmesser ist auf den Rohrdurchmesser abgestimmt.
  3. Epoxidauftrag: Der Bürstenkopf rotiert und wird durch das Rohr gezogen — das Harz wird aus dem Kopf gedrückt und in die Rohrwand eingearbeitet.
  4. Anzahl der Überfahrten: Zwei bis drei Überfahrten sind der Standard. Die endgültige Anzahl legt der Maschinenführer anhand der gemessenen Schichtdicke und des Zustands der Unterlage fest — jede Überfahrt fügt eine weitere Epoxidschicht hinzu, bis die Zielschichtdicke erreicht ist.
  5. Aushärtung: Das Epoxidharz polymerisiert unter Baustellenbedingungen aus. Die Aushärtungszeit hängt von Temperatur und Luftfeuchtigkeit ab.
Brush-Coating-Prozess — Aufbringen der Epoxidinnenbeschichtung im Rohr

Brush Coating vs. Schleuderverfahren — ein Unterschied, der keines der Verfahren überlegen macht

Brush Coating und Schleuderverfahren werden häufig als konkurrierende Methoden dargestellt, als ob eines stets die richtige Wahl wäre. Beide Verfahren können bei korrekter Planung und Ausführung eine dauerhafte Sanierung liefern. Der Unterschied liegt in der Applikationsphysik und dem Durchmesserbereich, in dem jedes Verfahren seine Stärken ausspielt.

Brush Coating

  • DN50–DN150, mit Anwendungen teils auch außerhalb dieses Bereichs
  • Hausinstallationen und Hausanschlüsse
  • Kürzere Haltungen, Rohre mit vielen Bögen
  • Hochviskose Epoxidsysteme
  • Ausgezeichnete Schichtdickenkontrolle
  • Geringerer Materialverbrauch

Schleuderverfahren

  • Ab etwa DN100 bis zu sehr großen Durchmessern
  • Längere Haltungen, Schächte, Kollektoren
  • Zement-, Beton- und größere Kanalrohre
  • Deutlich schnellere Ausführung
  • Rehabilitierung großer Durchmesser
  • Korrosionsschutz und Erneuerung der Innenoberfläche
  • Je nach Projektanforderung auch schützende oder projektspezifisch definierte Systeme

Die Grenze zwischen beiden Verfahren ist nicht starr. DN100–DN150 lässt sich mit beiden Methoden sanieren. Brush Coating wird am häufigsten im Bereich DN50–DN150 eingesetzt, wobei einzelne Anwendungen auch außerhalb dieses Bereichs möglich sind. Der erfahrene Kanalbauer trifft die Wahl anhand von Durchmesser, Wandzustand und den Sanierungsanforderungen.

Ist Brush Coating das richtige Verfahren?

Brush Coating wird im Allgemeinen empfohlen, wenn:

Bei größeren Durchmessern oder langen geraden Haltungen ist das Schleuderverfahren häufig die produktivere Lösung.

Warum das Komponentenmischungsverhältnis keine Ermessensfrage ist

Das BSE-Zweikomponenten-Epoxidharz wird in einem exakt definierten Verhältnis der Komponenten A und B gemischt. Dieses Verhältnis ist keine Richtwertangabe — es ist eine chemische Voraussetzung für eine vollständige Polymerisation. Zu viel oder zu wenig der Komponente B bedeutet, dass der Liner die gewünschte Härte und chemische Beständigkeit nicht erreicht, unabhängig davon, wie er unmittelbar nach dem Auftrag aussieht.

Der ProLight verfügt über eine integrierte automatische Presse, die beide Komponenten bei jeder Überfahrt gleichzeitig im korrekten Verhältnis dosiert. Der Maschinenführer misst das Harz nicht manuell ab und mischt es auch nicht von Hand. Die Maschine hält das korrekte Mischungsverhältnis während des gesamten Auftragsvorgangs automatisch konstant, unabhängig von Überfahrtgeschwindigkeit oder Harztemperatur. Damit entfällt eine der häufigsten Ursachen für verdeckte Mängel bei der Epoxidharz-Rohrsanierung.

2–4
mm typische Schichtdicke beim Brush Coating
25+
Jahre erwartete Nutzungsdauer eines korrekt aufgetragenen Liners
DN50–DN150
häufigster Brush-Coating-Bereich

Was Brush Coating nicht ersetzen kann

Brush Coating ist ein Verfahren zur Epoxidapplikation — es kann die mechanische Reinigung, die zwingend vorausgehen muss, nicht ersetzen. Epoxidharz haftet an der Rohrwand, nicht an Ablagerungen. Ohne Kettenschleuderreinigung vor dem Beschichtungsauftrag wird Harz auf fest haftende Ablagerungen aufgetragen, die sich irgendwann von der Wand lösen — und den Liner mitnehmen.

Brush Coating ist schnell und zuverlässig — wie lange der Liner hält, hängt jedoch von der Vorbereitung der Rohrwand ab, nicht vom Applikationsverfahren selbst.

Hochgeschwindigkeitsreinigung — Rohrwandvorbereitung für die Epoxidsanierung ProLight und BSE-System — Ausrüstung für Epoxidharz-Rohrsanierung Weiterlesen: Epoxidharz-Rohrlining — vollständiger technischer Leitfaden

ProLight — konzipiert für Brush Coating

Automatische Presse, präzise Dosierung, kompakt genug für den täglichen Baustelleneinsatz. Brush Coating ohne Kompromisse beim Mischungsverhältnis.

Häufig gestellte Fragen

Ist Brush Coating für alle Rohrmaterialien geeignet?

Brush Coating wird bei Rohren aus Beton, PVC, Polypropylen, Steinzeug und Stahl eingesetzt. Voraussetzung ist eine mechanische Reinigung der Rohrwand vor der Beschichtung — unabhängig vom Material.

Wie viele Überfahrten sind beim Brush Coating für eine ausreichende Schichtdicke erforderlich?

Das hängt vom Rohrdurchmesser und Wandzustand ab. Zwei bis drei Überfahrten sind der Standard, die endgültige Anzahl legt der Maschinenführer anhand der gemessenen Schichtdicke und des Zustands der Unterlage fest.

Kann Brush Coating auf eine feuchte Rohrwand aufgetragen werden?

Nein. Epoxidharz benötigt eine trockene Unterlagefläche — Feuchtigkeit verhindert die korrekte Haftung des Liners. Ein Trocknungs- und Konditionierungsprotokoll ist ein verpflichtender Schritt zwischen Reinigung und Beschichtungsauftrag.

Was ist der praktische Unterschied zwischen Brush Coating und Schleuderverfahren?

Beim Brush Coating wird das Material durch rotierende Bürsten aufgetragen, beim Schleuderverfahren durch eine Spritzdüse. Beide sind grabenlose Rohrsanierungsmethoden, und die Wahl hängt hauptsächlich von Rohrdurchmesser, Wandzustand und den Sanierungsanforderungen ab. Brush Coating ist typisch für DN50–DN150; das Schleuderverfahren wird ab DN100 aufwärts eingesetzt und ab DN200 zum Standardverfahren. Die Grenze ist nicht starr — DN100–DN150 lässt sich mit beiden Methoden sanieren.